Homöopathie

Die Homöoopathie ist eine ganzheitliche Heilkunst, die den Körper in die Lage versetzt, sich selbst zu heilen. Das heisst, durch homöopathische Mittel wird ein Reiz gegeben, durch den der Organismus das eine Krankkeit selbst überwinden kann. Es werden nicht einzelne Symptome behandelt, sondern der Mensch wird in seiner Gesamtheit betrachtet.

„Ähnliches mit Ähnlichem heilen“ – „similia similibus curentur“

ist das entscheidende homöopathische Behandlungsprinzip. Das Wort Homöopathie setzt sich nämlich genau daraus zusammen: aus „homoios“ (ähnlich) und „pathos“ (Leiden). So kann eine Krankheit durch ein homöopathisches Mittel geheilt werden, welche – bei einem gesunden Menschen angewandt – ähnliche Krankheitssymptome auslöst.

Ein ganz einfaches Beispiel: Beim Schneiden einer Küchenzwiebel (Alium cepa) kann brennendes Sekret aus der Nase herauslaufen, das vielleicht die Oberlippe wund macht. Man beginnt zu niesen und Augen tränen. Leidet nun ein Mensch an einem Schnupfen, der genau diese Beschwerden aufweist (Niesen, Augentränen, dünnes Nasensekret), wird die Behandlung mit dem homöopathischen Wirkstoff Allium cepa hilfreich sein.

Eine Erweiterung der Homöopathie: Die Prozessorientierte Homöopathie

Um ein homöopathisches Mittel zu zu erfassen, lernen wir wichtige körperliche und geistige Symptome dieses Mittels, sowie die Besonderheiten und Modalitäten der Arznei, die Verschlimmerungs- und Verbesserungszeiten, Träume, Vorlieben, Abneigungen und vieles Mehr. Diese Symptome kennen und lernen wir aus der klassischen Homöopathie und den Materia Medicas der Homöopathie..

Die Prozessorientierte Homöopathie ist eine erweiterte Interpretation der Homöopathie. In der Anwendung der prozessorientierten Homöopathie heißt das, zur Findung des ähnlichsten Mittels beziehen wir  Erlebnisse, Phänomene, Träume, wiederkehrende Muster, sogenannte Zufälle u.v.m. in die Wahl des Arzneimittels mit ein. Gemeinsam mit dem Patienten machen wir uns ein Bild vom Sein des gesamten Menschen, von den Prozessen, die er durchläuft, von den Sorgen, die ihn beschäftigen.

Hier sehen wir den Menschen als bewegtes Wesen. Neben der guten Absicht des Symptoms sind systemisch-familiäre Bezüge, Schattenarbeit, das Überflüssigwerden der Erkrankung durch einen Erkenntnisprozess sowie Träume und Zufälle von Bedeutung.

Leben ist Prozess: Ein homöopathischer Weg

Neben dem Wissen über die Schätze der Homöopathie, ihre vielfältigen Mittel, deren Symptome und Anwendungen, bedeutet für uns prozessorientierte Homöopathie und prozesshaftes Arbeiten, mit dem Patienten in Kontakt zu sein und ihn sinnlich zu erfassen. Es bedeutet, dass wir als Therapeutinnen und Therapeuten uns zu  „Ähnlich Leidenden“ zu machen, was “homoion pathos” im Wortsinn bedeutet.
Unser Anliegen ist es, das geeignete Heilmittel zu riechen, zu schmecken, zu hören, zu erfassen – kurz – den Prozess des Patienten auf uns als „Mit-Leidende“ wirken zu lassen, um dann die richtigen Schlüsse für die Gesundung des Patienten daraus zu ziehen.

Die Prozessorientierte Homöopathie ist also nicht eine andere Art von Homöopathie, sondern ist eine Erweiterung oder Ergänzung der klassischen Homöopathie.

Prozessorientierte Homöopathie: Homöopathie als lebendige Quelle

Ein homöopathisches Arzneimittel ist nicht ledglich eine Pflanze, ein Tier, ein Mineral etc., das nun eben homöopathisch aufbereitet ist. Vielmehr ist es ein Wesen und Teil unserer Welt, das unsere Lebenskraft, die Dynamis, stärken kann. Dieses Wesen ist mehrdimensional. Unser Arzneimittelbild ist ein Positives, was bedeutet, dass wir als Behandler, als Lernende bereits im Mittelwesen Potenziale und Heilungswege erkennen können und dadurch auch im Gegenüber fördern können.

Ganz konkret bedeutet das: wenn wir in der prozessorientierten Homöopathie neben den Symptomen eines Arzneimittelbildes auch noch gelernt haben, dass jedes Mittel einen bestimmten Geruch hat, dass jedes Mittel ein bestimmtes Lied besonders gerne hört, sich in einem Film wiederfindet oder von einem bestimmten Tier träumt, dann können wir auf das Thema des Patienten lebendig und prozesshaft eingehen.

Beschreibungen einiger homöopathischer Mittel und Hörbeispiele aus unserem Unterricht geben einen Einblick wer wir sind, wie wir die Welt homöopathisch wahrnehmen und wie wir lehren.